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Wolfgang Baasch

Landtagsabgeordneter

 

02.09.2019 in Pressemitteilungen

Arbeit und Beschäftigung sind für Menschen mit Behinderung ein wichtiger Lebensinhalt

 

 

Arbeit und Beschäftigung sind für Menschen mit Behinderung ein wichtiger Lebensinhalt

„Viele Menschen mit Behinderung finden keinen Weg ins Berufsleben oder sind in ihrer Berufswahl stark eingeschränkt. Dies gilt insbesondere auch für psychisch Erkrankte. Das belegen auch die Arbeitsmarktstatistiken der Bundesagentur für Arbeit, die ein eher düsteres Bild über die Situation der Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt abgeben. Es bleibt festzuhalten: Wer die Normen der Arbeitswelt hinsichtlich Ausbildungsdauer, Ausbildungsweg oder Bildungssituation nicht entspricht und durch eine psychische Erkrankung Brüche im Lebenslauf aufweist, fällt schnell aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder findet oft erst gar nicht hinein in den allgemeinen ersten Arbeitsmarkt. Festzuhalten bleibt auch, dass psychische Erkrankungen seit mehr als 10 Jahren die Hauptursache für gesundheitsbedingte Frührenten sind. Darum ist es gut, dass der SSW das Thema aufgegriffen und hier und heute diesen Antrag uns vorgelegt hat. Die Situation der Menschen mit psychischen Erkrankungen wird im Antrag richtig beschrieben. Arbeit und Beschäftigung ist für Menschen mit Behinderung ein wichtiger Lebensinhalt.

Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen gewinnen durch sinnvolle Beschäftigung wieder Selbstsicherheit und Perspektiven. Arbeit ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Tagesstruktur für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Darum ist das Ziel, Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit chronifizierten psychischen Erkrankungen zu verbessern. Hierzu muss sich auch die Eingliederungshilfe weiter entwickeln. Wir brauchen möglichst viele weitere arbeitsmarktnahe Beschäftigungsplätze für psychisch Erkrankte. Wird mit diesem Angebot oft die einzige Chance in kleinen Schritten wieder in soziale Kontakte zu treten eröffnet, wieder Verantwortung zu übernehmen und diese auch zu trainieren. Nicht selten führt der Weg über diese arbeitsmarktnahen Beschäftigungsverhältnisse über diese niedrigschwellige Beschäftigung wieder in reguläre Arbeitsverhältnisse und das ist ein Ziel, das im Antrag des SSW gut beschrieben ist.

Aber nichts ist so gut als dass wir es nicht noch besser machen können und ich glaube dem Antrag fehlen noch einige Fragestellungen, die wir auch im Ausschuss vertiefend diskutieren können. Zum Beispiel, wie Arbeit auch dazu beiträgt die familiäre Situation von Menschen mit Behinderung zu stabilisieren. Gerade Angehörige und vor allem Kinder von psychisch Erkrankten brauchen auch hier gezielte Unterstützung. Oft sind es in diesen Familien die Kinder, die eine Familie zusammenhalten und den psychisch erkrankten Eltern den notwendigen Halt geben. Kinder leisten hier oft fast Übermenschliches!

Des Weiteren brauchen wir Fortbildungen und Umschulungen, um geeignete Arbeitsplätze und Berufe für psychisch Erkrankte zu finden. Und im Antrag wird die Begrifflichkeit des Zuverdienstes angesprochen. Hier bedarf es noch einer Klarstellung. dabei gibt es auch in der Diskussion den Begriff des Motivationsgeldes. Ein Motivationsgeld, das Bestandteil der Eingliederungshilfe ist, aber nicht als Einkommen auf die Berechnung der Grundsicherung angerechnet wird. Ein zusätzliches Therapie- oder Motivationsgeld wäre ein wichtiger Bestandteil der Beschäftigung für psychisch erkrankte Menschen in entsprechenden Arbeits- und Beschäftigungsprojekten.“

24.06.2019 in Pressemitteilungen

Wohnungslose Menschen brauchen unsere Hilfe


Wolfgang Baasch: 

Wohnungslose Menschen brauchen unsere Hilfe

Es ist ein gutes Zeichen, dass im Schleswig-Holsteinischen Landtag in der Frage, Wohnungslosigkeit zu vermeiden und wohnungs- und obdachlose Bürgerinnen und Bürger stärker zu unterstützen,  mit einer Sprache gesprochen wird. Und für diese Gemeinsamkeit gilt mein Dank an alle für die gute Zusammenarbeit. Und darum liegt uns heute eine Beschlussvorlage des Sozialausschusses vor, in dem nicht nur auf die besondere Lebenssituation von wohnungslosen Menschen hingewiesen wird, sondern auch mit konkreten Handlungsschritten wir uns selbst zum Handeln auffordern. Dies gilt sowohl für das Parlament wie auch für die Landesregierung.

Warum werden Menschen in Deutschland wohnungs- und obdachlos? Die bekannten Antworten sind: der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung, Scheidung, Privatinsolvenz, psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen und auch Schicksalsschläge wie Todesfälle. Seit Jahren kommt noch der Mangel an bezahlbaren Wohnungen dazu. Alle diese Erklärungen haben wir in Gesprächen mit Betroffenen wie auch in Gesprächen mit Beratungsstellen, Hilfsorganisationen und ehrenamtlichen Betreuern von wohnungslosen Menschen erfahren. 

Für viele wohnungslose Menschen ist das Leben auf der Straße der letzte Ausweg in einer verzweifelten Lebenssituation. Wohnungslose Menschen brauchen Hilfe. Sie haben fast immer Geldsorgen. Überschuldung und negative Schufa-Auskünfte sind ein großes Hindernis bei der eigenen Zukunftsplanung, bei dem eigenen Weg in eine neu aufzubauende Selbstständigkeit. Wohnungslose Menschen brauchen Unterstützung und Beratung in ihren speziellen Lebenssituationen und bei ihren ganz individuellen Lebensbedürfnissen. Sie benötigen spezielle Hilfen bei Suchterkrankungen, bei Überschuldung oder wenn es einfach nur darum geht, eine eigene Postadresse einzurichten. Postadressen sind nämlich notwendig, wenn es darum geht, den Kontakt mit Behörden wie zum Beispiel der Agentur für Arbeit aufrecht zu erhalten. Sie brauchen auch einen Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung. Darum ist es gut, dass es neben Beratungsstellen für Wohnungslose gezielte Beratungsstellen für wohnungslose Frauen bzw. Männer und auch für junge Erwachsene gibt. Es ist gut, dass es Initiativen für betreutes Wohnen für Wohnungslose aber auch Kontaktläden und Tagestreffs gibt, die wohnungslosen Menschen die Möglichkeit bieten, ihr Leben zu organisieren und Unterstützung zu finden. Hier bedarf es auch einer Stärkung und Verstetigung von finanzieller Förderung.

Natürlich ist eine wesentliche Ursache, neben den ganz persönlichen Notlagen der Betroffenen, vor allem der anhaltend hohe Druck auf dem Wohnungsmarkt. Da immer mehr Sozialwohnungen aus der Bindung fallen und zusätzlich immer weniger Sozialwohnungen neu gebaut werden, nimmt die Zahl der bezahlbaren Wohnungen ab und damit wächst die Zahl der wohnungslosen Menschen. Die Wohnung, das Zuhause ist von existenzieller Bedeutung für jeden von uns. Für das Gefühl, sein Zuhause zu haben und zu wissen, wo man hingehört, sind die eigenen vier Wände grundlegend. Darum muss ausreichend Wohnraum geschaffen werden und ich finde, es bedarf auch eines gesetzlichen Anspruchs auf die Sicherung eines bezahlbaren Wohnraums in unserer Gesellschaft.

Nach unserem Grillfest am Dienstag mit Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind oder die in Obdachlosigkeit leben, ist es mir ein persönliches Anliegen - auch im Namen meiner Fraktion - allen, die sich für die Betroffenen, engagieren, Hilfe und Unterstützung leisten, ein großes Dankeschön zu sagen. Sie zeigen Mitmenschlichkeit und leben Solidarität. Ganz besonders beeindruckt mich das Engagement des Vereins Hempels, der mit seinem Straßenmagazin Hempels seit über 20 Jahren eine vorbildliche Arbeit bei der Unterstützung von wohnungslosen Menschen leistet - und dies nicht nur mit dem Verkauf des Magazins Hempels, sondern zum Beispiel auch mit dem Hempels Trinkraum in Kiel-Gaarden, einem niedrigschwelligem Kontakttreff, den es auch zu fördern gilt. Darum bleibt am Ende die Feststellung, dass unser Beschluss im Sozialausschuss wichtig ist, um die Hilfen für wohnungs- und obdachlose Bürgerinnen und Bürgern zu verstärken. Aber viele Aufgaben bleiben noch. Es bleibt zum Beispiel die Aufgabe, Wohnungslosigkeit präventiv zu verhindern und vor allem auch die Diskriminierung von Menschen, die sie beim Zugang von Wohnraum erfahren, zu bekämpfen. Diese Themen sollten wir im Rahmen des Gesprächs- und Arbeitsforum eingehend diskutieren.“

spd sh fraktion

21.06.2019 in Pressemitteilungen

Sozialpartnerschaft ist keine Einbahnstraße!

Sozialpartnerschaft ist keine Einbahnstraße!

„Die Tarifbindung ist in Schleswig-Holstein wie in ganz Deutschland seit Jahren rückläufig und hat leider in der sozialen Marktwirtschaft an Bedeutung verloren. In Schleswig-Holstein sind aktuell nur noch knapp über 50 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit tarifvertraglichen Bindungen. Immer mehr Arbeitgeber stehlen sich aus der Verantwortung, Tarifverträge mit der Arbeitnehmerseite abzuschließen. Die Sozialpartnerschaft ist aber keine Einbahnstraße. Tarifverträge sichern den sozialen Frieden und sorgen für gute Arbeit. Sie sind ein hohes Gut in unserer sozialen Gesellschaft. Beschäftigte verdienen deutlich weniger, wenn ihr Arbeitgeber nicht an einen Tarifvertrag gebunden ist. Und dies wirkt sich umso verheerender in Schleswig-Holstein aus, denn Schleswig-Holstein ist nach wie vor der Lohnkeller unter den westdeutschen Bundesländern. Aber nicht nur beim Verdienst spüren die Beschäftigten die Nachteile der fehlenden Tarifbindung. Auch bei der Arbeitszeit haben die Beschäftigten ohne Tarifbindung deutlich Nachteile. Sie arbeiten länger als Beschäftigte mit Tarifbindung. Sie haben im Schnitt weniger Urlaub und bekommen auch kein tarifvertraglich festgelegtes Urlaubsgeld. Deshalb gehört eine hohe Tarifbindung und damit wieder eine stärkere Sozialpartnerschaft zu den vordringlichen Aufgaben einer wirksamen Arbeitsmarktpolitik.

Einen wichtigen Schritt geht die Bundesregierung auch mit dem Gesetz für bessere Löhne in der Pflege. Mit diesem Gesetz wird die Grundlage für eine bessere Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche geschaffen. Wobei auch hier das Ziel ist, dass bundesweit nach einem einheitlichen Tarif bezahlt wird. Dies ist nur gemeinsam mit den Sozialpartnern zu erreichen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen einen Tarifvertrag aushandeln, der dann auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt wird. Dies ist in der Pflegebranche umso wichtiger, weil hier ein Großteil der Anbieter ohne Tarifbindung am Markt ist.

Die Aushöhlung des Tariftreue- und Vergaberechtes des Landes Schleswig-Holstein durch die Jamaika-Koalition ist in diesem Zusammenhang nach wie vor ein großer und vor allem grober Fehler. Mit verbindlichen Tariftreuevorgaben bei öffentlichen Aufträgen und in der Wirtschaftsförderung sorgen wir für gute Arbeit und verhindern, dass immer mehr Arbeitgeber sich aus den Tarifverträgen verabschieden oder gar Arbeitgeberverbände es zulassen, dass sie Mitgliedschaften von Arbeitgebern ohne Tarifbindung in ihren Reihen akzeptieren. Wer, wie die Landesregierung Schleswig-Holstein, die Entschließung des Bundesrates „Sozialpartnerschaft, Tarif-autonomie und Tarifbindung stärken – Verantwortungsvolle Unternehmen schützen und fairen Wettbewerb sichern“ mitträgt – und das hat die Landesregierung Schleswig-Holstein – muss dann nicht nur den Mund spitzen, sondern auch pfeifen und zwar dass öffentliche Aufträge und Investitionen nur noch an tarifgebundene Unternehmen gehen - und zwar auf Kommunaler-, Landes- und auch auf Bundesebene. Ansonsten schwächt der Staat die Tarifbindung und macht sich zum Komplizen beim Lohn- und Sozialdumping.

Damit erklärt sich auch die Notwendigkeit, unseren Antrag hier und heute aufrecht zu erhalten. Die Landesregierung soll nicht nur die Entschließung des Bundesrates mittragen, sondern sich aktiv im Bund und in unserem Bundesland für die Stärkung der Tarifautonomie und der Tarifbindung einsetzen. Ein Vorschlag wäre die Veränderung im Vergabegesetz, so wie ich sie eben angeregt habe. Des Weiteren ist die Erleichterung der Allgemeinverbindlicherklärung auf Bundesebene ein weiterer wichtiger Schritt. Gestalten sie Arbeitsmarktpolitik in Schleswig-Holstein und setzen sie sich mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden an einen Tisch und diskutieren, wie mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von Tarifverträgen profitieren. Bisher kennen wir von der Landesregierung und den Koalitionsfraktionen das Gegenteil – die Schwächung und Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten.

Das sollte aber jetzt der Vergangenheit angehören.“

19.06.2019 in Pressemitteilungen

Bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Schleswig- Holstein sind noch viele Fragen offen

Wolfgang Baasch

Bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Schleswig-Holstein sind noch viele Fragen offen

„Nach dem Ersten Teilhabestärkungsgesetz, das am 26.04.2018 in Schleswig-Holstein in Kraft getreten ist, liegt uns nun das zweite Gesetz zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes zur Beratung vor.

Mit der dritten Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes ab 2020 muss die Trennung der Fachleistungen der Eingliederungshilfe von den existenzsichernden Leistungen umgesetzt werden. Dieses Vorhaben führt bei vielen Menschen, die bisher auf Leistungen der Eingliederungshilfe angewiesen waren, und bei den Angehörigen von Menschen mit Behinderung zu Sorgen und Befürchtungen. In diesem Prozess erweist es sich als richtig und gut, dass wir mit dem ersten Teilhabestärkungsgesetz die Beteiligung und Mitwirkungsrechte der Menschen mit Behinderung gestärkt haben. Die Einrichtung des Landesbeirates zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und seine Beteiligung an den Verhandlungen zum Beispiel auch zum Landesrahmenvertrag sind eine angemessene Form, den zentralen Grundsatz der UN-Behindertenrechtskonvention „Nicht ohne uns über uns“ umzusetzen.

Für die Weiterentwicklung der Strukturen der Eingliederungshilfe in Schleswig-Holstein wurde mit dem ersten Teilhabestärkungsgesetz eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet. Darin sind auch Menschen mit Behinderungen beteiligt. Nun wird im vorliegenden Gesetzentwurf diese Arbeitsgemeinschaft von einer neuen gleichlautenden Arbeitsgemeinschaft abgelöst. Allerdings werden der neuen Arbeitsgemeinschaft im Gesetzestext keine konkreten Aufgaben mehr zugeschrieben. Das sieht für mich nach einem zahnlosen Tiger aus. Andere Bundesländer sind da viel konkreter.  So haben wir die Befürchtung, dass  alles wieder dem Steuerungskreis Eingliederungshilfe überlassen wird, wo Menschen mit Behinderung nicht beteiligt sind.

Und zur Beteiligung muss ich noch sagen, dass es ein Unding ist, dass Menschen mit Behinderung sich nur auf eigene Kosten in den Landesgremien beteiligen können. Nicht einmal Reisekosten oder Auslagen werden erstattet. Diese Konkretisierung findet sich jetzt im aktuellen Gesetzentwurf. Das ist für mich keine Stärkung der Beteiligung, wo wir doch wissen, dass Menschen mit Behinderung nicht gerade die einkommensstärkste Gruppe sind.

Bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Schleswig-Holstein sind noch viele Fragen offen. Zum Beispiel die Bedarfsermittlungsinstrumente. Hier kommt es darauf an, landesweit einheitliche Standards zu schaffen, damit es bei der Umstellung der Leistungen nicht zu Qualitätseinbußen und zu Verschlechterung der Leistungen für die Menschen mit Behinderung kommt. Bei der Umsetzung der Förderung von Arbeit für Menschen mit Behinderung sind die Regelungen im Rahmen des Budgets für Arbeit auch noch sehr wage. Hier bedarf es größerer Klarheit und Verlässlichkeit für die Menschen mit Behinderung. Auch die Regelungen zum Thema andere Leistungsanbieter sind nicht ausreichend präzise bzw. führen nicht dazu, die Sorgen und Befürchtungen der Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen über den Fortbestand und Sicherung ihrer bisherigen Arbeitsplätze und Wohnformen zu zerstreuen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Prozess zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Schleswig-Holstein eher schleppend und langsam vorankommt.

Dies ist keine gute Voraussetzung für einen erfolgreichen Reformprozess.

Darum bleiben die Eckpunkte zur Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen für Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein bestehen. Es bedarf nachvollziehbarer Standards, um die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung zu stärken. Es muss ein verlässlicher Rahmen geschaffen werden, um einheitliche Lebensbedingungen und einheitliche Leistungsgewährung in ganz Schleswig-Holstein für Menschen mit Behinderung umzusetzen. Hierzu müssen die Menschen mit Behinderung selbst sowohl in die Verfahren als auch in die Bedarfsermittlung einbezogen werden. Es darf nicht vom Wohnort abhängen, damit Menschen mit Behinderung Zugang zu bestimmten Leistungen haben. Wir brauchen in Schleswig-Holstein ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges und ausfinanziertes Angebot, damit Menschen mit Behinderung ihr Wunsch- und Wahlrecht wahrnehmen können und in ihrer Teilhabe und Selbstbestimmung bestärkt werden.“

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01.06.2019 in Pressemitteilungen

Die Tarifbindung muss in Schleswig- Holstein und deutschlandweit gestärkt werden

Nr. 132 /2019

Wolfgang Baasch und Thomas Hölck

Die Tarifbindung muss in Schleswig-Holstein und deutschlandweit gestärkt werden

Für die nächste Landtagssitzung (19.-21.06.) bringt die SPD-Landtagsfraktion einen Antrag zum Thema „Tarifbindung in Schleswig-Holstein“ in den Landtag ein. Dazu erklären der wirtschaftspolitische Sprecher, Thomas Hölck und der arbeitsmarktpolitische Sprecher, Wolfgang Baasch:

„Die Tarifbindung ist in Deutschland seit Jahren rückläufig und hat leider insgesamt an Bedeutung verloren. Die Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen, dass 71 Prozent der westdeutschen und 81 Prozent der ostdeutschen Betriebe nicht tarifgebunden sind. Laut einer Studie des WSI sind nur noch 57 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Westdeutschland in Betrieben/Unternehmen mit einem Tarifvertrag beschäftigt. Vor ca. 20 Jahren profitierten in West­deutsch­land noch 70 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten von Branchen Tarifverträgen. 

Für Schleswig-Holstein beträgt diese Quote aktuell nur noch 52 Prozent. Dies ist mit Ausnahme von Baden-Württemberg der geringste Wert in Westdeutschland und wird sonst nur noch von den neuen Bundesländern unterboten. Für die Beschäftigten bedeutet dies handfeste Nachteile: Sie verdienen in der Regel weniger, wenn die Arbeitgeber aus den Tarifverträgen aussteigen. Aktuelle Studien der Hans-Böckler-Stiftung zeigen zum Beispiel auf, dass Unternehmen mit Tarifvertrag fast doppelt so häufig Urlaubsgeld zahlen. Und besonders weibliche Beschäftigte profitieren von einer Tarifbindung. Sie verdienen mit Tarifvertrag mehr. Zudem tragen Tarifverträge zur Entgeltgleichheit von Frauen und Männern bei, da eine Tarifbindung den Lohnrückstand von Frauen verringert.

Das  Instrument der Allgemeinverbindlicherklärung kann einen relevanten Beitrag zur Stabilisierung tarifvertraglicher Strukturen leisten.  

Wir fordern daher die Landesregierung auf, die Bundesratsinitiative (Drs. 212/19) zur Stärkung der Tarifautonomie „Funktionsschwäche der Tarifautonomie: Problem benennen, Strategie entwickeln, Gestaltungswillen bezeugen" zu unterstützen und eine Strategie zur Stärkung der tariflichen Ordnung in Schleswig-Holstein zu entwickeln.

Schleswig-Holstein ist der Lohnkeller unter den westdeutschen Bundesländern. Ein gutes Mittel dagegen? Tariflöhne! Unser Ziel ist es, dass Arbeit unbefristet, sozial abgesichert und nach Tarif bezahlt wird. Das muss für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein wieder zum Normalfall werden!“

Vita& Kontakt

Staatlich geprüfte Erzieher, Jahrgang 1957, Verheiratet, Lübecker; Tel.: 0451/7027220; Mail:w.baasch@spd.ltsh.de

Landtagsarbeit

Vorsitzender des Europaausschusses im Landtag

Behindertenpolitischer Sprecher der SPD- Fraktion

Sprecher für Arbeitsmarkt und Gewerkschaften

Mitglied im Sozialausschuss des Landtages

stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses

Mitglied im Arbeitskreis Wirtschaft der SPD- Landtagsfraktion

Mitglied des Landtages seit der 14. Wahlperiode (1996)

 

Soziale Netzwerke

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"Wenn ich sagen soll, was mir neben dem Frieden wichtiger sei als alles andere, dann lautet meine Antwort ohne wenn und aber : Freiheit.

Die Freiheit für viele, nicht für die wenigen. Freiheit des Gewissens und der Meinung. Auch Freiheit von Not und von Furcht."

Willy Brandt - !987

WebSozi-Seite des Monats April 2012

Ich freue mich über die Auszeichnung meiner Homepage zur WebSozi-Seite des Monats April 2012