Es gilt das Leid und Unrecht anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen

Veröffentlicht am 27.02.2021 in Pressemitteilungen

Es gilt das Leid und Unrecht, das die Betroffenen erlitten haben, anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen

TOP 37: Unterstützungsleistungen für von Leid und Unrecht Betroffene (Drs. 19/2795)

„In Einrichtungen der Jugendhilfe, in psychiatrischen Einrichtungen und stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe haben Menschen in Deutschland unendliches Leid und Misshandlungen erlebt. Kleinstkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren brutalsten Misshandlungen, Erniedrigungen und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Sie wurden als Versuchskaninchen der Pharmaindustrie missbraucht und waren der Willkür schutzlos ausgeliefert. Und all dies hat die Öffentlichkeit über Jahrzehnte nicht wahrgenommen bzw. nicht wahrhaben wollen. Es bleibt heute unsere Aufgabe die Geschehnisse aufzuarbeiten und den noch lebenden Betroffenen Hilfe und Unterstützung zu gewähren.

Es gilt das Leid und Unrecht, das die Betroffenen erlitten haben, anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen. Nach dem Symposium im Landeshaus 2018 wurde das Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck beauftragt, die Praxis der Medikamentenversuche in Schleswig-Holsteinischen Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie in den Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrien in den Jahren 1949 bis 1975 zu untersuchen. Der umfangreiche Abschlussbericht der Universität zu Lübeck liegt uns seit Januar diesen Jahres vor und wird uns in der Aufarbeitung noch intensiv herausfordern. Ein Dank an Herrn Prof. Dr. Borck und sein Team für den Bericht und eine Fortsetzung mit erweitertem Untersuchungszeitraum ist bereits verabredet.

Weiter haben wir gestern mit der Verabschiedung des Landeshaushaltes für das Jahr 2021 eine Schleswig-Holsteinischen Fond aufgestellt, um Betroffenen, die bisher keine Leistungen der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ erhalten haben bzw. Fristen versäumt haben, mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Und es geht uns darum, natürlich auch die wichtige Arbeit der Anlauf- und Beratungsstelle in Schleswig-Holstein der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“, so lange wie nötig fortzusetzen. In diesem Zusammenhang will ich ausdrücklich die engagierte Arbeit der Anlauf- und Beratungsstelle in Schleswig-Holstein hervorheben. Frau Tölch und Frau Christiansen – Sie leisten eine hervorragende, sehr engagierte Arbeit. Vielen Dank!

Geht es doch darum Menschen, die schwerstes Leid erfahren haben, die psychische Verletzungen erlitten haben, die traumatisiert sind, die posttraumatische Belastungsstörungen haben, die unter Depressionen und vielem mehr leiden zu unterstützen und Hilfsangebote zu vermitteln. Viele der Betroffenen leben in sozial prekären Verhältnissen. Sie hatten keine Chance auf eine gute Schulausbildung oder Berufsqualifikation. Sie leben oft von kleinen bzw. geringen Renten an der Armutsgrenze. Sie sind oft isoliert und einsam, da es keine funktionierenden Familienstrukturen gibt. Darum kann unserer Verantwortung nicht nur in Unterstützung und Hilfe liegen – wir sind auch gefordert auf das Schicksal dieser Menschen aufmerksam zu machen. Wir sind gefordert mit weiteren öffentlichen Veranstaltungen Verantwortung zu übernehmen und die Aufarbeitung der Missstände fortzusetzen.

Es ist auch notwendig neben der Aufklärung auch über Hilfen und Unterstützungsleistungen zu sprechen und auf den Weg zu bringen. Aus Symposium 2018 ist mir die Forderung nach einem "Pflege-Fond " in Erinnerung. Menschen, die in stationären Einrichtungen derart traumatisiert wurden, müssen auch bei Pflegebedürftigkeit umfassend ambulant versorgt werden.

In diesem Zusammenhang will ich die notwendige und sehr gute Zusammenarbeit mit den Vereinen und Vertretungen der Betroffenen hervorheben. Sie, die Vereine "Pebbles" und der "Verein Ehemaliger Heimkinder" leisten einen wesentlichen Beitrag in der Interessenvertretung und als mutiges Sprachrohr der Betroffenen. Danke für Ihren wichtigen Einsatz. Abschließend will ich mich bei den Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen im Landtag bedanken. Ein Dank gilt auch dem Kollegen Kalinka, der mit bekannter Beharrlichkeit und Unterstützung die finanzielle Ausgestaltung des Unterstützungsfonds auf den Weg gebracht hat.“

 

Vita& Kontakt

Staatlich geprüfte Erzieher, Jahrgang 1957, Verheiratet, Lübecker; Tel.: 0451/7027220; Mail:w.baasch@spd.ltsh.de

Landtagsarbeit

Vorsitzender des Europaausschusses im Landtag

Behindertenpolitischer Sprecher der SPD- Fraktion

Sprecher für Arbeitsmarkt und Gewerkschaften

Mitglied im Sozialausschuss des Landtages

stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses

Mitglied im Arbeitskreis Wirtschaft der SPD- Landtagsfraktion

Mitglied des Landtages seit der 14. Wahlperiode (1996)

 

Soziale Netzwerke

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"Wenn ich sagen soll, was mir neben dem Frieden wichtiger sei als alles andere, dann lautet meine Antwort ohne wenn und aber : Freiheit.

Die Freiheit für viele, nicht für die wenigen. Freiheit des Gewissens und der Meinung. Auch Freiheit von Not und von Furcht."

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